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Was ist der A1 „Polster-/Alcantara Reiniger“ (Pro)? Ein Aerosolschaum von Dr. Wack für Textilpolster, Velours, Alcantara, Teppich, Vinylverkleidung und Dachhimmel, der Flecken im Gewebe löst und Gerüche zerlegt, statt sie zu überdecken. Nicht gedacht für pigmentiertes Glattleder und nicht für Flüssigkeit, die bis in den Polsterschaum durchgelaufen ist.
A1 „Polster-/Alcantara Reiniger“ (Pro) ist ein Textilreiniger von Dr. Wack, der als Schaum aus einer Dose mit 400 ml kommt und den Schmutz im Flor löst, statt ihn in den Sitz zu spülen. Alcantara ist dabei kein Sonderfall aus der Lederpflege. Es ist ein Mikrofaser-Vliesstoff aus Polyester und Polyurethan, also Textil, und wird hier genau so behandelt.
Der Schaum arbeitet mit drei Bausteinen gleichzeitig. Anionische Tenside packen Fett und Hautschuppen. Polycarboxylate halten den gelösten Schmutz in der Schwebe, damit er nicht sofort wieder aufzieht. Und Enzyme zerschneiden die Eiweißreste aus Milch, Kaffee oder Blut in Bruchstücke, an denen kein Bakterium mehr etwas zu holen hat. Heißt für dich: Der Geruch geht weg, weil seine Quelle zerlegt ist, nicht weil ein Duft darüberliegt.
Wie wenig Wasser dabei im Spiel ist, verrät eine unscheinbare Zeile im Sicherheitsdatenblatt aus Baar-Ebenhausen. Hinter dem Stichwort pH-Wert steht dort ein einziges Wort: keiner. Ein pH-Wert setzt eine wässrige Lösung voraus, und die gibt es hier nicht, die Wirkstoffe reisen in einem Lösemittel- und Treibgasgemisch. Die Dose selbst bringt also kaum Feuchtigkeit mit. Die kommt aus deinem Tuch. Und damit hast du sie in der Hand.
Praxistipp von Detailing1: Bei uns landen oft Anfragen zu Flecken, die nach dem Trocknen wieder da sind. Meist war die Reinigung richtig und die Trocknung falsch. Unter dem Bezug sitzt ein Block Polsterschaum, der Feuchtigkeit speichert und sie beim Trocknen nach oben abgibt, mitsamt dem, was noch in ihr steckt. Der Gegengriff steht auf keinem Etikett: Leg zum Schluss ein trockenes weißes Baumwolltuch auf die Stelle, beschwer es mit einem Buch und lass es 20 bis 30 Minuten liegen.
Ein Wasserrand entsteht nicht beim Sprühen, sondern beim Trocknen, an der Grenze zwischen feucht und trocken, wo die letzte Feuchtigkeit den gelösten Schmutz ablädt.
Den Beweis dafür liefert jede Papierserviette mit einem Kaffeefleck darauf. Der Rand ist dunkler als die Mitte, weil die Flüssigkeit beim Verdunsten nach außen läuft und alles Gelöste dort absetzt, wo sie zuletzt verschwindet. Im Polster passiert dasselbe. Deshalb wischst du von der äußeren Kante der feuchten Fläche zur Mitte hin nach, statt die Kante als letzte nasse Stelle stehen zu lassen.
Der Ablauf davor ist kurz. Grob absaugen, damit loser Sand nicht mit ins Gewebe gerieben wird. Dose kräftig schütteln. Die verschmutzte Fläche gleichmäßig einsprühen und bis zu 5 Minuten einziehen lassen. Danach mit einem feuchten Mikrofaser- oder Frotteetuch und deutlichem Druck arbeiten, das Tuch dabei mehrfach wenden und auswaschen. Ein gesättigtes Tuch reinigt nicht mehr, es verteilt nur um.
Zum Schluss feucht nachwischen, bis keine Schaumbildung mehr auftritt, dann einmal trocken hinterher. Dieser Schritt sieht nach Kosmetik aus und ist keiner. Tenside, die im Gewebe zurückbleiben, sind Netzmittel und ziehen Feuchtigkeit und Staub an, die Stelle schmutzt danach schneller wieder ein als vorher. Ein flaches, umketteltes Mikrofasertuch schert dabei besser durch den Flor als ein hochfloriges, das den Schaum vor allem aufsaugt.
Zwei Dinge stehen auf keinem Etikett. Eine Dose, die über Nacht in der Kälte stand, sprüht grob und tropfnass, weil der Innendruck mit der Temperatur fällt, also lass sie erst Zimmertemperatur annehmen. Und arbeite mit offenen Türen: Was du an Feuchtigkeit einträgst, muss den Innenraum auch wieder verlassen können.

Der Reiniger arbeitet im Flor und in den obersten Millimetern des Gewebes, tiefer kommt er nicht, und was in den Polsterschaum durchgelaufen ist, bleibt dort.
Auf frischen und angetrockneten Flecken ist das trotzdem sein Zuhause. Die acht Testverschmutzungen bei AUTO BILD waren genau das Alltagsprogramm: Kaffee, Kakao, Dressing, Eigelb, Haferbrei mit Schokolade, dazu Blut und ein Öl-Ruß-Gemisch. Die Prüfer hielten fest, dass nach dem Trocknen kein Fleck zurückblieb.
Geprüft wurde allerdings im Labor auf genormten Paneelen und nicht auf einer Sitzwange mit sechs Jahren Hautfett darin. Wer nach Erfahrungen sucht, sollte den Unterschied kennen: Eine Note sagt, wie gut die Chemie unter gleichen Bedingungen arbeitet. Wie viele Durchgänge dein Sitz braucht, sagt sie nicht.
Die erste Grenze ist die Menge. Der Becher Kaffee, der komplett in die Sitzfläche gelaufen ist, sitzt im Schaumkern, und den Rückweg an die Oberfläche nennt die Branche Wicking, den Docht-Effekt. Dagegen hilft nur Sprühextraktion, also ein Waschsauger, der Wasser einträgt und im selben Zug wieder abzieht. Wenn Fleck, dann Dose. Wenn durchnässt, dann Waschsauger.
Die zweite Grenze ist das Material. Auf pigmentiertem Glattleder hat dieser Schaum nichts zu suchen, denn Leder wird über seine Deckschicht gereinigt, mit wenig Feuchtigkeit und ohne den starken Druck, den Dr. Wack hier ausdrücklich verlangt. Die dritte Grenze benennen die Prüfer selbst: Die Einwirkzeit ist für einen Aerosolreiniger lang. Wer eine Fußmatte in zwei Minuten fertig haben will, greift zum falschen Produkt.
Bei ganzen Garnituren kippt außerdem die Rechnung. Vier Sitze, Türverkleidungen und Fußmatten am Stück sind für eine Dose mit 400 ml die falsche Darreichungsform. Dann ist ein Reiniger-Konzentrat für Textil und Alcantara die vernünftigere Wahl, weil es angemischt wird und aus derselben Flaschengröße ein Vielfaches an Arbeitslösung ergibt. Im selben AUTO-BILD-Test holte genau dieses Konzentrat den Preis-Leistungs-Sieg, während der Testsieg an die Dose ging.
Alcantara sitzt im Auto nie an der Kofferraumrückwand, sondern auf den Flächen mit dem meisten Handkontakt: Sitzwangen, Lenkradkranz, Schaltkulisse, Mittelkonsole, bei Sportmodellen der Dachhimmel.
Leder hat eine geschlossene Deckschicht, auf der Hautfett obenauf liegt und mit einem feuchten Tuch mitgeht. Der Flor eines Mikrofaser-Vlieses ist offen. Fett läuft zwischen die Fasern, verklebt sie und legt sie flach an die Oberfläche. Das Licht wird dann gerichtet zurückgeworfen statt gestreut, und die Stelle bekommt den bekannten Speckglanz.
Genau dort steckt auch der farbauffrischende Effekt, den Dr. Wack nennt. Es wird kein Farbstoff nachgelegt. Der Reiniger nimmt das Fett zwischen den Fasern weg, beim Aufbürsten stellt sich der Flor wieder auf und streut das Licht wie am ersten Tag. Die Farbe war nie fort, sie lag flach. Bürste den Flor deshalb nach dem vollständigen Trocknen mit einer weichen Bürste in eine Richtung durch.
Eine Einschränkung gehört dazu. Glanz aus Fett geht weg, Glanz aus platt gedrückten Fasern nicht. Wer nass und mit voller Kraft hin und her schrubbt, verfilzt den Flor mechanisch, und das holt kein Reiniger zurück. Deshalb heißt es beim Hersteller Druck und nicht Tempo: kurze gerichtete Züge mit Gewicht, keine Kreise.
Wer nur Fußmatten und Kofferraumteppich sauber halten will, kommt mit einem einfacheren Textilreiniger genauso weit. Der Mehrpreis dieser Dose zahlt sich auf Alcantara, hellem Velours und am Dachhimmel aus, nicht auf schwarzem Nadelfilz im Fußraum.
Der letzte Punkt gehört der Trocknung, weil dort der teuerste Fehler passiert. Ein Sitz, der abends feucht ist und über Nacht im geschlossenen Auto steht, riecht nach zwei Tagen muffig. Also genau nach dem, wogegen du das Produkt gekauft hast.
Leg die Polsterarbeit deshalb auf einen Tag, an dem der Wagen danach ein paar Stunden offen stehen kann, und leg die Fußmatten erst zurück, wenn sie durch sind. Feucht zurückgelegt trocknet die Matte oben und hält den Teppich darunter tagelang nass. Das ist die Quelle des typischen alten Autogeruchs, den die meisten dem Baujahr zuschreiben und nicht der letzten Reinigung.











